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Lara Croft and the Guardian of Light

von Harvester_69 , 01.10.2010 12:52

Lara ist nicht mehr Single

>>Achtung! Da hinten warten jede Menge Todesfallen<<, warnt uns der Aztekenkrieger Totec. Wo nun jeder Möchtegern-Archäologe schreiend davon rennen würde, reibt sich Lara Croft die Hände. Zwei Jahre nach Tomb Raider: Underworld gibt es endlich wieder Tempel zu erforschen, Artefakte zu finden und Monster zu bekämpfen. Dass Lara Croft and the Guardian of Light nicht den Zusatz Tomb Raider im Namen trägt, hat zwei Gründe. Zum einen erzählt Crystal Dynamics eine von der Actionreihe unabhängige Geschichte. Zum anderen beschreitet Laras neuestes Abenteuer auch spielerisch andere Wege. Erstmals steuern Sie die selbstbewusste Archäologin aus der Vogelperspektive. Und erstmals stellen Ihnen die Entwickler einen Koop-Helfer an die Seite. Klingt ungewöhnlich, bereichert die Tomb Raider-Serie aber um eine spannende und spaßige Facette.

Knackige Ballereien mit Knobel-Faktor

Lara von oben, funktioniert das denn? Schließlich zeichnete sich die Tomb Raider-Serie bislang vor allem durch knifflige Rätsel und noch kniffligere Sprungeinlangen aus, die eingeschränkte Vogelperspektive könnte dieses beliebte Spielprinzip unmöglich machen.

Lara Croft and the Guardian of Light bietet neben knackigen Ballereien auch eine gut ausgewogene Mischung an Geschicklichkeits- und Knobeleinlagen. So rollt Lara Kugeln auf Druckplatten, hüpft über tödliche Flammenstöße oder schwingt dank ihres aus den Vorgängern bekannten Greifhakens über Abgründe. Die Rätsel fallen zwar in die Kategorie anspruchslos bis mäßig fordernd, sind aber durch die Bank kreativ gestaltet, abwechslungsreich und dürften dank der aufwändigen Physiksimulation oft für herunterklappende Kinnladen sorgen.

Dass Laras neuestes Abenteuer trotzdem nicht zu leicht ist, liegt an der geringen Fehlertoleranz des Spiels. Häufig werden Sie nur durch unfreiwillige Tode der Heldin herausfinden, wo Sie hintreten dürfen und wo nicht. Zwar gibt es viele, gut platzierte Kontrollpunkte, Einsteiger sollten dennoch eine gehörige Portion Frustresistenz mitbringen, zumal es nur einen (auch recht knackigen) Schwierigkeitsgrad gibt.

Zu zweit gegen Spinnen, Skelette und Dinos

Das Ende der 14 Missionen umfassende Kampagne sehen geübte Tomb Raider-Fans bereits nach maximal fünf Stunden. Doch wer gerne mit Freunden spielt, der sollte Lara Croft and the Guardian of Light gleich noch mal im genialen Koop-Modus angehen. Zum einen macht es weit mehr Spaß, sich gemeinsam durch Spinnen, Skelette und haushohe Dinosaurier zu ballern. Zum anderen sind viele der aus der Solo-Kampagne bekannten Rätsel nun anders gestaltet und auf das clevere Zusammenspiel beider Helden getrimmt.

Während etwa Totecs Speere, die er mit Wucht in Wände schleudert, Lara als Treppenersatz dienen, spannt Ms. Croft Seile, mit denen Totec Lavagruben überwindet. Durch die exakte Zusammenarbeit sowie das optisch wie spielerisch sehr abwechslungsreiche Leveldesign entsteht ein hervorragender Spielfluss, der allerdings durch die teils unausgereifte Steuerung gebremst wird. Während die Ballereien durch das Zielen mit dem rechten Analogstick auf dem Gamepad unnötig fummelig ausfallen, verknoten sich Tastaturnutzer bei (häufig mit engen Zeitlimits versehenen) Geschicklichkeitseinlagen regelmäßig die Finger. Immerhin dürfen sich Totec und Lara gegenseitig wiederbeleben, was die Frustschwelle senkt und das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

Neben dem Ziel, den Levelausgang zu erreichen, ohne aufgespießt, erschossen oder gegrillt zu werden, bietet Lara Croft and the Guardian of Light in jeder Mission bis zu acht optionale Nebenquests. So sollen Sie etwa eine Steinkugel innerhalb weniger Sekunden ins Ziel rollen, durch ein fallenbespicktes Labyrinth rennen, ohne Schaden zu nehmen oder Schalter in der richtigen Reihenfolge betätigen, um Speerfallen zu überwinden. Lohn der Mühe sind neue Waffen, Munitions- und Lebenspunkte-Upgrades sowie unzählige Artefakte und Reliquien, mit denen Sie Charakterwerte wie Schnelligkeit, Verteidigung und ausgeteilten Waffenschaden verbessern. Von den 28 Knarren haben wir im Test aber lediglich fünf eingesetzt, und die magischen Boni wirkten sich nicht spürbar auf die Helden aus. Dennoch machen die launigen Mini-Missionen viel Spaß; vor allem das »Muss doch zu schaffen sein«-Prinzip hat uns bestens unterhalten.

Kameramacken und blasse Bösewichte

Lara Croft and the Guardian of Light plagen unnötige Detailmacken. Beispielsweise leidet wegen der starren Kamera bisweilen die Übersicht. Zudem bleiben Feinde ungewöhnlich häufig an kleinsten Hindernissen hängen, und das Programm zwingt Sie immer wieder, bereits erkundete Areale erneut zu durchwandern.

Auch die an sich spannende Handlung wird eher schlecht als recht in wenigen Zwischensequenzen erzählt, und der Bösewicht Xolotl (der heißt wirklich so!) bleibt blass. Diese Mankos fallen aber nicht stark ins Gewicht, denn Crystal Dynamics' »Von-oben-Abenteuer« kaschiert sie geschickt durch die gelungene Präsentation, den ausgewogenen Mix aus Action, Rätseln und Geschicklichkeitseinlagen sowie die cleveren Zusatzmissionen.

Technisch steht Lara Croft and the Guardian of Light seiner spielerischen Qualität in nichts nach. Die detaillierten Levels sind stimmig gebaut und aufwändig beleuchtet, die Soundkulisse kann sich locker mit der aus den »echten« Tomb Raider-Spielen messen.

Quelle: amazon.de

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